Wie kann man die Bibel zum Maßstab seines Lebens machen, ohne Vertrauen in die Glaub- und Vertrauenswürdigkeit zu haben? Selbst, wenn man die Bibel nur im Rahmen von Religion studiert - wie kommt sie in den Religionsunterricht, wenn nicht Menschen ihren Wert erkannt hätten und sogar große Opfer in Kauf nahmen und Nachteile erduldeten, um ihren auf der Bibel basierenden Glauben zu leben?

Irrtumslosigkeit und Inspiration der Schrift

Ich weiß nicht, ob verbindliche Schriften des Hinduismus, Islam oder anderer Religionen einen Anspruch ähnlich dem der Bibel erheben, Gottes Wort zu sein. Buddha z.B. wollte mit einem Gott überhaupt nichts zu tun haben und wollte auch nicht angebetet werden, wie es heute der Fall ist. Oder der Hinduismus lehrt, dass alles Gott ist, auch die Menschen und dass das nur endlich erkannt werden müsse.

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit (2. Timotheus 3, 16)

Die Bibel auf jeden Fall sagt von sich, dass sie selbst Gottes Wort ist. Sie enhält nicht nur Gottes Wort, sondern sie ist von Gott selbst eingebeben (theo-pneustos - von Gott eingehaucht) worden. Das nennt man die Inspiration der Bibel.

Der Gott der Bibel stellt sich als sprechenden Gott vor. Durch das oben erwähnte Einhauchen des Geistes wurde der von Gott geschaffene Mensch erst lebendig.

Und Jahwe Gott bildete den Menschen, Staub von dem Erdboden, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebendige Seele. (1. Mose 2, 7)

In der Bibel sind Wind, Luft, Geist und Wort sehr eng miteinander verwandt. Die Bibel lehrt, dass der Mensch sich dadurch von anderen Lebewesen unterscheidet, dass er Geist hat und reden kann. Vielleicht wird das im Informatikzeitalter deutlicher. Ich bin mal gespannt, was mit unseren Jobs in den nächsten Jahren passiert, wenn Software, die zunehmend menschennäher und in immer abstrakteren Worten formuliert wird, immer mehr Aufgaben übernimmt.

Nachdem Gott den Menschen geschaffen hatte, sprach der Mensch zu Gott und Gott sprach zu dem Menschen. Wie kann aber nun Gott zu den Menschen heute sprechen, die in so vielen verschiedenen Sprachen sprechen?

Wohlan, laßt uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, daß sie einer des anderen Sprache nicht verstehen! (1. Mose 11, 7)

Die Bibel sagt, dass Gott auch der Schöpfer aller modernen Sprachen ist. Gott schuf damals in Babel die Sprachen und teilte die Menschen damit auf. Auch das zeigt, dass Sprache dazu taugt, Menschen zu klassifizieren. Heute ist die Evolution der Sprachen aus Grunzgeschäuschen nur eine Theorie, keine bewiesene Tatsache. Wenn man antike Sprachen betrachtet, sind diese häufig sehr komplex und es gibt teilweise tausende Worte, um dieselbe Sache auszudrücken.

Wenn man an einen Gott glaubt, der sich mitteilt, warum sollte man zweifeln, dass dieser Gott uns sein Wort unverfälscht in der Bibel mitteilen kann und dass er über die Überlieferung wacht? Noch einige Verse, die zeigen, dass es sich bei der Bibel nicht um Menschenwort handelt, sondern um Gottes unvermischtes Wort:

Die Worte Jahwes sind reine Worte Silber, das geläutert in dem Schmelztiegel zur Erde fließt, siebenmal gereinigt. (Psalm 12, 7)

Die Vorschriften Jahwes sind richtig, erfreuend das Herz; das Gebot Jahwes ist lauter, erleuchtend die Augen. (Psalm 19, 9)

Das Gesetz Jahwes ist vollkommen, erquickend die Seele; das Zeugnis Jahwes ist zuverlässig, macht weise den Einfältigen. (Psalm 19, 8)

indem ihr dies zuerst wisset, daß keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung ist. Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geiste. (2. Petrus 1, 20.21)

Gottes Kinder werden vom Geist Gottes geleitet (Röm 8,14), aber die Autoren der Bibel wurden vom Heiligen Geist getrieben. Gott hat sehr genau über sein Wort gewacht.

Widersprüche in der Bibel

Wenn Gott also ein sich mitteilender Gott ist und in der Bibel zu den Menschen redet, kann man sich ja vorstellen, dass Bibellesen kein Zuckerschlecken wird, oder? Eher wir es ein Vollkornbrotkauen werden. Wenn man sich vorstellt, dass Gott alles geschaffen hat und über unendliche Intelligenz verfügt, ja selbst das Wort (logos) ist, sollte man sich dem Wort in aller Demut nähern. Das heißt aber nicht, dass man seinen Verstand ablegen soll, sondern im Gegenteil, dass man sehr genau beobachten und beurteilen muss und bitte lasse dir mit deinem Urteil Zeit genug. Bevor du die Bibel ablehnst und entnervt aufgibst, hast du folgende Punkte beachtet?

Kontext

Besonders einfach ist es, einen Vers aus dem Zusammenhang zu nehmen und isoliert zu betrachten. Stelle dir die Bibel eher als Zusammenhängendes Netz von Worten, statt eine sinnlose Aneinanderreihung von Worten vor. Warum steht der Vers gerade in diesem Buch und in diesem Kapitel? Worum geht es eigentlich gerade? Was ist der Zusammenhang? Ich habe mir neulich mal die ‘Argumente’ des Islamisten Pierre Vogel angeschaut. Primitiver geht’s nimmer. Der Koran scheint viel direkter und einfacher zu sein. Obwohl man auch da nicht Verse aus dem Zusammenhand reißen sollte, sondern den ganzen Koran betrachten sollte.

Sicht des Autors berücksichtigen

Die Bibel besteht aus vielen Büchern, die von den unterschiedlichsten Autoren zu ganz verschiedenen Zeiten und Begebenheiten verfasst wurden. Jeder Autor hat einen Schwerpunkt und wurde von Gott gerade wegen dessen Sichtweise benutzt. Wenn einer die eine Seite einer Medaille beschreibt und ein anderer die andere Seite, dann sind das einfach nur zwei Seiten einer Medaille und diese Seiten gibt es tatsächlich, so wie die zwei Seiten, auch wenn ich die Medaillen auf ein Papier geklebt habe und immer nur die eine Seite sehe. Bitte mache es nicht wie der Bauer nach Motto was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Lasse deinen Horizont durch die Bibel erweitern. Wenn verschiedene Leute einen Elefanten betasten und der eine den Schwanz und der andere den Kopf, dann ist der Elefant nicht entweder peitschenförmig oder großknubbelig, sondern beides an verschiedenen Stellen

Historische Fakten und damalige Bräuche in Betracht ziehen

Was bedeutet etwas, das die Bibel etwas über die damalige Zeit beschreibt, auf die heutige Zeit übertragen? Paulus war zum Beispiel Römer und verwendete auch römische Ausdrücke, um das Evangelium zu erklären. Warum wünschten sich die Juden einen politischen Erlöser und lehnten daher Jesus als Messias ab? Die Juden befanden sich unter römischer Herrschaft und würden unterdrückt. Jesus passte einmal nicht in das Schema ihrer Interpretation des Gesetzes Gottes, so dass sie Jesus als Gotteslästerer verurteilten. Andererseits wollte Jesus kein irdisches Reich aufrichten und trat nicht als Herrscher auf.

Verwende eine genaue Bibelübersetzung

Übersetzungen der Bibel sind nicht inspiriert, sondern nur der Grundtext. Grundtextnahe übersetzungen sind daher näher am Text als sogenannte kommunikative und interpretierte Übersetzungen. Da mag die eine Interpretation so, die andere anders sein und so können auch Widersprüche entstehen. Manchmal ist sogar die grammatische Form eines Wortes nötig, um einen Widerspruch aufzuklären.

Unterscheide zwischen übertragener und wörtlicher Bedeutung

Ist eine Bibelstelle wörtlich oder bildlich gemeint? Sind zum Beispiel die ersten Verse der Bibel von der Erschaffung der Welt, der Erde und der Menschen ein wissenschaftlicher Bericht? Wenn man den Textstil betrachtet: Nein, denn es handelt sich um Poesie. Das macht den Inhalt nicht zunichte. Gott hat Himmel und Erde erschaffen. Aber Gott wollte dies in den ersten Versen nicht exakt erklären, sondern pickte sich Dinge heraus, die er uns vermitteln wollte

Glaubwürdigkeit der Bibel

Die Bibel enthält hunderte erfüllte Prophezeihungen. Diese sind natürlich nicht exakt und computerprogrammierbar geschrieben, so dass man sie interpretieren muss. Viele Prophezeihungen beziehen sich auf Jesus. Jesus widerum autorisierte die Schrift, wie wir sie heute kennen.

Wähnet nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. (Matthäus 5, 17.18)

Jesus sagt, dass der Grundtext bis in den Buchstaben und in die Satzzeichen hinein von Gott inspiriert wurden. So genau hat Gott sein Wort festgelegt.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht. (Matthäus 4,4)

Jedes Wort ist lebenswichtig. Wir sollen uns nicht Lieblingsworte herauspicken.

Er sprach aber zu ihnen: Dies sind die Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war, daß alles erfüllt werden muß, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses’ und den Propheten und Psalmen. (Lukas 24, 44)

Und von Moses und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf. (Lukas 24, 27)

Jesus erkannte den dreiteiligen Tanach, der aus der Tora (Weisung), den Nevi’im (Propheten) und Ketuvim (Schriften) besteht, an.

Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Johannes 14, 26)

Jesus redet hier von den Evangelium. Sie sind vom Heiligen Geist inspiriert, um uns alles zu lehren und daran zu erinnern, was Jesus gesagt hat.

Wenn aber der Sachwalter gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird er von mir zeugen. (Johannes 15, 26)

Dies ist die Apostelgeschichte des neuen Testaments. Sie handelt von den ersten Zeugen Jesu und von der frühesten Kirchengeschichte

Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was irgend er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. (Johannes 16, 13)

Dies sind die Lehrbriefe (die ganze Wahrheit) und Briefe des neuen Testaments und die Offenbarung (das Zukünftige)

Damit sind wir komplett und hätten eine siebenteilige und fertige Bibel.

Ist die Bibel korrekt überliefert worden?

Das neue Testament

Vom neuen Testament, welches zwischen 30 und ca 98 n. Chr. in griechischer Sprache verfasst wurde, existiert eine sagenhafte Zahl von 5800 Handschriften, die in allen möglichen Zeiten verfasst wurden. Einige älteste Handschriften sind vom Zeitpunkt her sehr nah am Originaltext. Wer diese Handschriften miteinander vergleicht, findet keine Abwandlungen des Textes. Zudem können Fehler aufgrund der Fülle an Abschriften sehr gut gefunden werden. Wenn 98% der Handschriften an einer Stelle gleich sind, müssen die abweichenden 2% irren. Wenn wir griechischen oder lateinischen klassischen Schriften Vertrauen schenken, von denen es viel weniger Abschriften gibt und die viel großeren zeitlichen Abstand zum Original besitzen, um wieviel mehr sollten wir das beim NT tun?

Das alte Testament

Das AT wurde im Zeitraum von ca. 1600 (Zeit von Mose) bis ca. 400 v. Chr. (Zeit Maleachis, des letzten Propheten) auf Hebräisch und Ara- mäisch verfasst. Heute sind wir im Besitz von Tausenden von Bibelhandschriften, die den sogenannten Masoretischen Text (MT) bzw. den »Protomaso- retischen Text« enthalten.

Der masoretische Text

Die Masoreten, auf deren Arbeit diese Handschriften zurückgehen, wa- ren jüdische Gelehrte (Rabbiner), die im Mittelalter das AT mit äußerster Sorgfalt kopierten. Ihre von Perfektion gekennzeichnete Arbeit lässt sich durch ihre Kopiermethoden, die sie anwandten, erklären. Sie zählten z. B. Buchstaben sowie bestimmte Wörter und Ausdrücke in der Vorlage aus und kontrollierten ihre Ergebnisse in den Abschriften wieder nach. So konnte man z. B. gemäß den masoretischen Angaben im Thanach Jehoash davon ausgehen, dass die fünf Bücher Mose 304 805 Buchstaben und 79 847 Wörter enthalten. Dadurch wurde der Text mit einer Perfektion überliefert, die ans Computer-Zeitalter erinnert, denn der Computer kontrolliert heutige Texte ebenfalls durch Zählen der verwendeten Zeichen und Wörter.

Die Handschriften aus der Judäischen Wüste

Die ab 1947 in der Wüste Judäa entdeckten Handschriften, deren älteste bis auf das 3. Jh. v. Chr. zurückreichen, weisen eine überwältigende Übereinstimmung mit dem mittelalterlichen Text auf. Forschungen auf dem Gebiet der klassisch-hebräischen Rechtschreibung haben in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass der durch Tausende von Handschriften erhaltene MT aus dem Mittelalter eine archaische Rechtschreibung bewahrt hat, die man der Zeit des 6. / 5. Jh. v. Chr. zuordnen kann. Dies entspricht der Zeit der letzten von Gott beglaubigten Schriftpropheten des AT. Nur sie hatten noch Vollmacht, unter Inspiration des Heiligen Geistes, die Orthografie des AT zur Vereinfachung des Lesens zu bearbeiten. Nach dieser Zeit war dies nicht mehr möglich. Damit war der Text endgültig fixiert und von diesem Text haben wir den MT als Abschrift!

Der Nachweis der Qualität des MT durch die Forschung hat klare Konsequenzen für die heutige Arbeit an neuen Bibelübersetzungen: Der MT muss die Basis des AT-Textes in jeder Bibel sein! Der Vorzug des MT liegt an der besseren Quelle. Die Masoreten hatten direkten Zugang zu den Texten des Judentums, die im Tempel aufbewahrt wurden und mit größter Präzision und Reinheit erhalten wurden, während zum Beispiel den Essenern aus Qumran, die sich im 2. Jh. v. Chr. vom Tempel in Jerusalem, und somit vom offiziellen Judentum, getrennt hatten, der Zugang zu den besten Handschriften verwehrt war. Die Sorgfalt, die beim Abschreiben des Zentraltextes im Tempel zur Anwendung kam, lässt sich aus den an einen Kopisten gerichteten Ermahnungsworten des Rabbi Jischma‘el (um 130 n. Chr.) entnehmen: »Mein Sohn, sei vorsichtig, denn dein Werk ist das Werk des Himmels. Wenn du einen Buchstaben weglässt oder einen Buch- staben hinzufügst, so findest du dich in der Funktion eines Zerstörers der ganzen Welt.«

Wissenschaft kontra Bibel

Ich will mich zu weit auf dieses komplexe Gebiet wagen. Auch Wissenschaftler sind nur Menschen und handeln aufgrund ihres Weltbildes. Kein Mensch ist frei von Unvoreingenommenheit. Dennoch kann man sagen, das sehr viele hochrangige Wissenschaftlier keinen Widerspruch zwischen Wissenschaft und Bibel sehen und ich vertraue diesen Autoritäten mehr als mir, der ich mein Leben der Softwareentwicklung und nicht der reinen Lehre verschrieben habe und auch akademisch nicht bis zum letzten Grad ausgebildet bin. Aber auch ich kann keinen Widerspruch erkennen, da Wissenschaft und Glaube einfach erst einmal zwei völlig verschiedene und getrennte Gebiete sind, wie z.B. auch Harald Lesch sagt Wo ist der Widerspruch zwischen den Aussagen Ein Glas Wasser wird in die Höhe gehoben, indem der Gravitation durch eine Handbewegung entgegengewirkt wird … und jemand hat Durst und trinkt Wasser? Das sind nur zwei Sichtweisen einer Realität. Die eine Sichtweise ist exakt und muss daher geistliche Dinge ausschließen und die andere beschreibt nichtstoffliche Dinge wie Persönlichkeit und Wille.

Lies etwa die ersten Verse der Bibel, wo es um die Entstehung der Welt geht. Wie naturwissenschaftlich ist dieser Text? Erhebt die Bibel überhaupt den Anspruch, ja will sie denn eine wissenschaftliche Theorie der Erschaffung der Welt geben? Betrachtet man den Text genau, so kommt man aufgrund des Schreibstils zu dem Schluss, dass es hier zwar um Tatsachen handeln will, die aber gar nicht chronologisch erzählt wurden. Sondern der Autor hat dich Begebenheiten herausgepickt und künstlich angeordnet, um ganz andere Dinge zu erzählen, als die Schöpfung so exakt wie möglich zu Beschreiben. Prof. Julius Steinberg von der TH Ewersbach etwa sieht in der Schöpfungsgeschichte das Konzept des Lebensraums erklärt.

Erfüllte Prophetie in der Bibel

Hier sind dieselben Punkte wie unter Widersprüche in der Bibel zu beachten. Wenn Gott in der Bibel etwas prophezeiht, sind sehr viele Dinge zu berücksichtigen wie die Bibelsprache (was bedeutet ein Wort, etwa eine Zeitangabe, in der Bibel? die Bibel hat ihren eigenen Wortschatz), geschichtliches Wissen und Wissen um verschiedene Kalender. Nicht zuletzt ist viel Geduld aufzubringen, um die Prophetien zu deuten. Hinterher kann man natürlich leicht von erfüllter Prophetie sprechen. Als Beispiel sei die Prophezeihung aus Daniel 9 bezüglich des Zeitpunktes des Fürstes Jesus genannt. Lies dazu die Erklärungen in Die Bibel – absolut glaubwürdig! von Roger Liebi, Seite 80-88. Es ist ein sehr interessantes Gebiet und wenn du viel Zeit und das Interesse hast, viel zu lernen, tauche ein! Berücksichtige, dass Gott sich nie mathematisch klar ausdrückt, sondern eben seine eigenen Worte benutzt. Man braucht schon eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen in das Wort Gottes unter Zuhilfenahme eines großen Teils des Verstandes und vorhandenen Wissens. Wenn Gott sagt wer mich sucht, findet mich, dann gilt das auch für Prophetie. Die Wahrheit liegt nicht an der Oberfläche, sondern will erforscht werden. Oder wie Jesus sagt, ist die Bibel ein Schatz, der ausgegraben werden will.

Welche Bibelübersetzung verwende ich?

Was die Textgrundlage betrifft, muss man sich keine Sorgen machen, dass man die falsche Bibel liest. Wie wir gesehen haben, ist für das alte Testament der masoretische Text verbindlich und wird auch bei allen Bibelübersetzungen verwendet. Bezüglich des NT sollte der Textus Receptus, auch bekannt als der Mehrzeitstext, verwendet werden. Es gibt auch einen wissenschaftlichen Text, den Nestle-Aland. Zwischen den beiden Texten gibt es wenige, sich unterscheidende, Stellen (nur 1-2%). Zudem ist kein christliches Konzept verfälscht.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Bibelübersetzungen

Wörtliche Übersetzungen

Diese Bibelübersetzungen versuchen, den Grundtext so genau wie möglich in die Zielsprache zu übersetzen. Bei konkordanten wörtlichen Bibelübersetzungen wird beabsichtigt, dasselbe Wort in der Grundsprache immer mit demselben Wort in der Zielsprache wiederzugeben. So entstehen christliche Fachbegriffe wie Buße oder Verherrlichung oder Rechtfertigung oder Gnade. Begriff kommt von greifen. Man bekommt einen Griff an das Wort Gottes. Grundsätzlich ist das etwas Gutes, eine beliebige und unverbindliche Übersetzung zu vermeiden. Wörtliche Übersetzungen sind die Bibeln von Luther, Elberfelder oder Schlachter, das NT von Prof. Jantzen (mittlweile gibt es auch die Sprüche und die Psalmen)

Sinngemäße Übertragungen

Diese Bibelübersetzungen wollen den Grundtext in der Zielsprache so verständlich wie möglich machen. Dafür werden Begriffe aufgeweicht und mal so und mal so übertragen (Übersetzung kann man das Resultat streng genommen nicht mehr nennen). Da der Text nicht wörtlich einfach nur den Grundtext wiedergeben will, sondern der Autor eine Interpretation vornimmt, begibt man sich in die Hände des Autors. Eine gute Interpretation kann nur vorgenommen werden, wenn man den Grundtext auch versteht. Was wollte Gott sagen? Das ist wohl zu viel erwartet vom Autor, jedes Wort Gottes zu verstehen. Jeder Satz geht durch das Gehirn des Autors und wird dort verarbeitet. Ist das Resultat korrekt?

Vor- und Nachteile der Übersetzungstypen von Bibelübersetzungen kennen

Eine kommunikative Bibelübersetzunge sollte nicht primär fürs Bibelstudium verwendet werden, sondern sollte für einen erfahrenen Christen immer Sekundärliteratur bleiben. Vielleicht taugen solche Übertragungen auch für den Einstieg in die Welt der Bibel. Wie wir aber auch gesehen haben, ist vom Leser ohnehin eine deutliche Bewegung zu Gott hin erforderlich. Gott gibt uns sein Wort und verlangt aber auch von uns, dass wir ausgiebig darüber nachdenken. Daher ist die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, dass wir sein Wort vorgekaut serviert bekommen und möglichst wenig selbst interpretieren müssen. Wenn man weiss, dass man diese Übertragungen eben nicht für bare Münze nehmen kann, wird man immer auch eine wörtliche Übersetzung parat haben. Dennoch gibt es gute Übertragungen, etwa die Neue Genfer Übersetzung oder die Neue Evangelistische Übersetzung von Karl-Heinz Vanheiden. Zu vermeiden sind Hoffnung für alle, Gute Nachricht und Neues Leben. Hoffnung für alle überträgt zum Beispiel zur Buße rufen in in die Gemeinschaft mit Gott rufen. Wo ist die Buße, die Umkehr geblieben? Statt lehren heißt es Gottes Botschaft erklären. Gottesfurcht gibt es in dieser Übertragung nicht mehr, sondern stattdessen den Glauben an Gott. Das sind aber zwei verschiedene Dinge und unsere Zeit braucht dringend Gottesfurcht. Diese Begriffe sollen nicht verschwinden. An anderen Stellen wird einfach phantasiert und etwas dazugedichtet, was der Grundtext nicht hergibt. Das Wort Gnade ist auch verschwunden und wird zum unverdienten Geschenk. Gnade drückt aber ein juristisches Konzept aus und ist mehr als nur Geschenk. Heilige werden zu Christen. Noch ein Begriff abgeschafft.

Wie gehe ich mit der Bibel um?

Habt ihr nicht gelesen? fragte Jesus oft die Pharisäer. Natürlich hatten sie gelesen. In der Synagoge wurde in jeder Sitzung ein anderer Text vorgelesen, so dass sie systematisch durch die Schrift kamen. Jesus stellte eine rhetorische Frage. Lesen ist nicht lesen. Es bedeutet nicht nur die Aktivität des Lesens, sondern offensichtlich bedeutet es auch zu verstehen und das Gelesene anzuwenden. Deshalb heißt das griechische Wort für lesen anaginosko. In diesem Wort ist das Verstehen enthalten. Immer wenn Jesus fragte habt ihr nicht gelesen? erwartet Jesus auch, dass mitgedacht wird. Es war nötig, aufgrund des Gelesenen Schlussfolgerungen zu ziehen und sich ein Urteil für Fragen des Lebens zu bilden. Vielleicht nahmen die Pharisäer die Schrift zu wörtlich? Oder ihre Auslegen stand im Vordergrund, so dass sie nicht zum Kern des Textes vordrangen. Wieviele Kreis gibt es, die zwar regelmäßig die Bibel lesen, aber vorher schon wissen, was der Text sagt. Wir sollen die Bibel immer neu kennen lernen.

Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede. Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. (Johannes 7, 16.17)

Bibellesen ist keine Thorie und es ist kein spannender Roman, sondern erfordert den Gehorsam. Ohne die Bibel ernst zu nehmen und das Gelesene in die Tat umzusetzen, wird man von der Bibel keine Bestätigung bekommen und kein Aha-Erlebnis haben. Ein Kochrezept ist nicht dazu da, um sich am Gelesenen zu erfreuen, sondern um es anzuwenden.

Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis; nur Toren verachten Weisheit und Zucht! (Sprüche 1, 7)

Die Bibel ohne Ehrfurcht zu lesen, wird keine Erkenntniss bringen

Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg, und als er uns die Schriften öffnete? … Da öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden (Lukas 24, 32.45)

Jesus öffnet uns die Bibel und er öffnet uns den Verstand. Wir sind von Natur aus zu und das ohne Alkohol. Der Verstand wird nicht abgelegt, sondern er ist nötig, um die Bibel zu verstehen.

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir Zeugnis geben. (Johannes 5, 39)

Die Bibel soll christozentrisch gelesen werden. Jesus ist der Mittelpunkt der Bibel.

Denn auch uns ist eine Heilsbotschaft verkündigt worden, gleichwie jenen; aber das Wort der Verkündigung hat jenen nicht geholfen, weil es bei den Hörern nicht mit dem Glauben verbunden war. (Hebräer 4, 2)

Ohne Glauben Bibel lesen hilft nicht. Es mag helfen, unsere christliche Kultur zu verstehen, oder die Geschichte zu verstehen. Aber der Sinn der Bibel ist es eigentlich, die Kernbotschaft, das Evangelium, zu transportieren

Quellenangaben